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Das Dreiland-Klinikum als Ort der Begegnung und Offenheit: „Kunst am Bau“-Ausschreibung mit institutionalisierter Fachjury gestartet

Die Kliniken des Landkreises Lörrach haben gemeinsam mit Kulturvertretenden der Region die Weichen für die künstlerische Erstausstattung des neuen Dreiland-Klinikums gestellt. Auf Beschluss des Aufsichtsrates wurde die Geschäftsführung beauftragt, das Ausschreibungsverfahren „Kunst am Bau“ sowie die Auswahl weiterer Kunstwerke vorzubereiten und eine unabhängige Fachjury zu bestellen. Ziel ist es, das Dreiland-Klinikum im Rahmen seiner strategischen Neuausrichtung auch als Ort der Begegnung mit Kunst im öffentlichen Raum zu positionieren.

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Mitwirkende des Arbeitskreises Kunst im Dreiland-Klinikum (© Kliniken des Landkreises Lörrach)

Bereits 2024 wurde auf Initiative von Marga Golz, Erste Vorsitzende des Vereins Bildende Kunst Lörrach, in Abstimmung mit regionalen Kunstvereinen und dem Geschäftsführer des Dreiland-Klinikums, Udo Lavendel, der Arbeitskreis Kunst im Dreiland-Klinikum (AKD) gegründet. Hier arbeiten auch Jan Merk, Leiter des Dreiländermuseums Lörrach, André Marker, Vorsitzender des Kunst- und Kulturförderkreises Lörrach, Jürgen Armbrecht vom VBK Lörrach, Christine Fausten, Erste Vorsitzende des Weiler Kunstvereins, sowie der Projektleiter des Neubaus, Thomas Schumacher, der Projektleiter für Kunst im Dreiland-Klinikum, Martin Hartung, und Kreisratsmitglied Gerhard Zickenheiner als Experte für Nachhaltigkeit zusammen. Der AKD bereitet sowohl die künstlerische Erstausstattung des Neubaus als auch die langfristige Nutzung des Klinikums für dauerhafte und temporäre Kunstausstellungen vor.

„Wir wollen im Dreiland-Klinikum Räume der Hoffnung schaffen, in denen Ethik, Kultur und Spiritualität lebendig werden“, so Udo Lavendel, Vorsitzender der Geschäftsführung. „Kunst ist mehr als Ausstattung – sie ist Teil unseres Verständnisses von Heilung, Aufenthaltsqualität und öffentlichem Raum. Sie kann Patientinnen und Patienten, Angehörigen, Mitarbeitenden und Besuchenden Orientierung und emotionale Zugänge geben, sinnstiftende Impulse vermitteln und als Kraftquelle im Klinikalltag wirken.“

Zwei große Kunst am Bau-Projekte

Auf Empfehlung des AKD sollen zwei größere Kunst am Bau-Projekte für den Innenraum des neuen Klinikums ausgeschrieben werden. Die Ausschreibung richtet sich an bis zu 45 ausgewählte Künstlerinnen und Künstler, die jeweils einen Werk- oder Konzeptvorschlag für definierte Wandflächen einreichen können. Die Werke sollen emotional zugänglich sein, dauerhaft ästhetisch überzeugen und Aspekte wie Hygiene, Sicherheit, Wartung und Alltagstauglichkeit berücksichtigen. Erwünscht sind zudem regionale Bezüge – geografisch, historisch, sozial oder kulturell – sowie eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema Nachhaltigkeit. Das Verfahren ist als zweistufiges Werkstattverfahren angelegt: Der AKD sammelt und bewertet die konzeptionellen Vorschläge. Zehn ausgewählte Künstlerinnen und Künstler werden schließlich zu einer vertieften Ausarbeitung ihrer Entwürfe eingeladen. Auf Grundlage dieser Arbeiten wählt eine Fachjury zwei Werke zur Realisierung aus. Ihr gehören Vertreterinnen und Vertreter der Kreistagsfraktionen und der Kunstvereine, der Leiter des Dreiländermuseums, der Vorsitzende der Geschäftsführung sowie zwei externe Fachpersonen an. Bei der Auswahl der Kunstwerke spielen neben künstlerischer Qualität auch die besonderen Anforderungen des Klinikbetriebs eine zentrale Rolle. Der Juryentscheid über die finale Auswahl der zu realisierenden Wandarbeiten wird dem Aufsichtsrat des Dreiland-Klinikums im Oktober vorgelegt, sodass die Werke bis zur Inbetriebnahme des Neubaus im Frühjahr 2027 fertiggestellt werden können.

Kunst und Geschichte sichtbar machen

Parallel zum Ausschreibungsprozess sollen ausgewählte Kunstwerke der bisherigen Krankenhausstandorte – des Kreiskrankenhauses Lörrach, des St. Elisabethen-Krankenhauses sowie der Standorte Rheinfelden und Schopfheim – als geschichtserhaltende Objekte in das neue Dreiland-Klinikum integriert werden. Sie sollen die „Lörracher Wege 1 und 2“ visuell erlebbar machen und die Geschichte der Krankenhauslandschaft fortschreiben. Dazu zählt auch die vom Bildhauer Leonard Eder stammende Kunst, die als kunstgeschichtliche Reminiszenz der früheren Krankenhaustandorte ein dauerhaftes und würdevolles Zuhause auf dem neuen Klinikcampus findet. Auf Anregung von Jan Merk wird dazu bereits recherchiert: „Im Sinn der Nachhaltigkeit und der gegenseitigen Verbundenheit passt es gut, auf diese Weise an die Geschichte und Entwicklung der Krankenhauslandschaft in der Region zu erinnern.“ Für die spätere Verortung von Außenraumskulpturen ist vorgesehen, ein Sponsorenkonsortium mit regionaler Verankerung zu gewinnen. „Unser gemeinsames Bewusstsein dafür, welche Ausstrahlung das Dreiland-Klinikum im Landkreis und darüber hinaus haben wird, spiegelt sich auch hier wider“, so Landrätin Marion Dammann.

Weitere Vorhaben und Perspektiven

Der Arbeitskreis Kunst im Dreiland-Klinikum hat seine Arbeit bereits aufgenommen und zahlreiche Vorbereitungen für die Ausschreibungen getroffen. Ergänzend organisiert der AKD die Ausschreibung kleinerer Kunstwerke aus dem Dreiland, insbesondere Grafiken, für Gemeinschaftsräume, Patientenzimmer und Flure. Zudem berät der Arbeitskreis zur notwendigen Infrastruktur – etwa Lichtschienen oder Bilderleisten –, um wechselnde Ausstellungen im Klinikalltag zu ermöglichen. Unabhängig von der Fachjury wird der AKD auch künftig tätig sein – unter anderem mit Blick auf dauerhafte Wanderausstellungen, Vernissagen und weitere Kunstformate, um das Dreiland-Klinikum langfristig als offenen und lebendigen Ort der Begegnung mit zeitgenössischer Kunst zu etablieren.

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