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Ev. Diakoniekrankenhaus beteiligte sich am Aktionstag „Alarmstufe Rot – Krankenhäuser in Not“

Die Krankenhäuser in Deutschland sind insbesondere aufgrund der hohen Preis- und Personalkosteigerungen massiv unterfinanziert. Da es auf der Ebene der Bundespolitik bis heute keine Signale gibt, dieses Thema ernsthaft anzugehen, beteiligte sich das Ev. Diakoniekrankenhaus am bundesweiten Aktionstag der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG). Mitarbeitende aus allen Abteilungen des Hauses trafen sich zu einer „aktiven Mittagspause“, um darauf aufmerksam zu machen, dass die Bundesregierung jetzt mit schnellen Hilfen handeln und eine nachhaltige Finanzierung der Krankenhäuser zur Aufrechterhaltung einer guten Patientenversorgung sicherstellen muss. Die Vertröstung auf die geplante Reform ist keine Lösung, da diese keinerlei zusätzlichen finanziellen Mittel beinhaltet und außerdem auch erst viel zu spät wirksam wird.

Ev. Diakoniekrankenhaus beteiligte sich am Aktionstag „Alarmstufe Rot – Krankenhäuser in Not“ 1
Mitarbeitende senden einen Hilferuf nach Berlin (© Ev. Diakoniekrankenhaus)

Durch die inflationsbedingten Kostensteigerungen werden die Krankenhäuser in Deutschland bis Ende des Jahres 2023 ein Defizit von rund 10 Milliarden Euro angehäuft haben. Zu den Kostenbelastungen gehört auch die nur teilweise gesicherte Refinanzierung der Tarifsteigerungen. Und nach dem Tarifabschluss im öffentlichen Dienst kann jetzt schon berechnet werden, welche enormen weiteren Kostensteigerungen auf die Krankenhäuser zukommen. Runtergebrochen auf die Situation in Baden-Württemberg steckt hinter dem Motto des Aktionstages „Alarmstufe Rot – Krankenhäuser in Not“ allein in 2023 ein Minus von 620 Millionen Euro für Personal- und Sachkosten.

Mehr als Dreiviertel aller Krankenhäuser wird dieses Jahr rote Zahlen schreiben, wenn sich nichts ändert. Auch medizinisch und wirtschaftlich Leistungsfähige sind hiervon betroffen. Im Ev. Diakoniekrankenhaus wird eine Versorgungsstruktur gefährdet, die auch von unabhängiger Seite große Anerkennung erfährt. Neben vielen positiven Patientenrückmeldungen, Zertifizierungen und Bewertungen gehört das Ev. Diakoniekrankenhaus laut der aktuellen Studie „Deutschlands beste Krankenhäuser“ des F.A.Z.-Instituts zu den bundesweit besten Krankenhäusern (Platz vier in der Kategorie 150 bis 300 Betten). Auch beim Wettbewerb «Deutschlands Beste Arbeitgeber» von Great Place To Work® wurde das Ev. Diakoniekrankenhaus wiederholt ausgezeichnet.

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Aktive Mittagspause am bundesweiten Aktionstag (© Ev. Diakoniekrankenhaus)

Durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine wurde eine historisch hohe Preissteigerungswelle ausgelöst, die an niemandem vorübergeht. Auch an den Krankenhäusern nicht. Diese müssen die hohen Kosten zwar tragen, können aber die politisch festgesetzten Preise für ihre Leistungen nicht erhöhen können. Dass hieraus zwangsläufig eine wirtschaftliche Schieflage resultiert, liegt auf der Hand. An dieser Schieflage tragen die Krankenhäuser aber keine Schuld! Der Vorstandsvorsitzende Michael Decker bringt es so auf den Punkt: „Es ist eigentlich unfassbar, dass die wirtschaftlich kritische Situation der Krankenhäuser in Berlin zwar ganz klar gesehen, aber faktisch schlichtweg ignoriert wird. Die wiederholt vorgetragene Vertröstung auf die Krankenhausreform ist reine Augenwischerei. Abgesehen davon, dass die Reform gar keine zusätzlichen Mittel bereitstellt und somit völlig unklar ist, ob sie überhaupt zu einer finanziellen Entlastung führen wird, kommt sie einfach viel zu spät. Wir brauchen JETZT eine Lösung für die von uns nicht zu beeinflussenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Und zwar eine grundlegende Lösung für ein grundlegendes Problem. Nicht nur kurzfristig wirksame Hilfspakete, die keinen dauerhaften Effekt haben und das Grundproblem nur verschieben. Es ist unerträglich, dass wir Krankenhäuser als Einrichtungen der Daseinsfürsorge in einer solchen Situation wieder einmal als Bittsteller auftreten müssen. Das haben unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die drei Jahre Pandemie in den Knochen haben und sich immer noch mit maximalem Einsatz für unsere Patientinnen und Patienten einsetzen nicht verdient.“

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